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Petra Hartlieb

„Ein Winter in Wien“

Kindler Verlag                                              

Rowohlt Taschenbuch Verlag          

 

„Und versprich mir, dass du einmal das Theater besuchen wirst. Versprich es mir.“ Das sind die letzten Worte von Maries Großmutter, als sie auf Beschluss des strengen Vaters schweren Herzens mit 12 Jahren das Elternhaus verlassen muss, um auf einem weit entfernten Hof zu arbeiten. Dabei würde sie gerne noch länger die Schule besuchen und lernen. Nach einigen sehr harten Jahren voller Angst, Gefahren, Armut und wechselnder Arbeitsstätten erhält die inzwischen 18-jährige Marie die Möglichkeit, im Hause des berühmten Dichters Arthur Schnitzler für eine Anstellung als Kindermädchen vorzusprechen. Es kommt ihr einem Wunder gleich, als sie tatsächlich die Zusage erhält. Ihr Leben erfährt daraufhin eine märchenhafte und schicksalshafte Wendung. Voller Hingabe kümmert sie sich nun um die 2-jährige Lili und den 9-jährigen Heinrich und genießt die Arbeit, als auch die mit dem bekannten Dichter verbundenen Einblicke und Erlebnisse in eine ihr unbekannte, mondäne Welt in vollen Zügen. Als Marie eines Tages den Auftrag erhält, ein Buch in der Buchhandlung Friedrich Stock für ihren Dienstherrn abzuholen, ahnt sie nicht, dass dies den Beginn eines neuen, aufregenden Lebensabschnittes darstellt. Ob Marie den Wunsch der Großmutter letztendlich erfüllen kann und sie in dem jungen Buchhändler Oskar Novak mehr als einen guten Freund finden wird, zeigt sich unter anderem in den beiden nachfolgenden Bänden „Wenn es Frühling wird in Wien“ und „Sommer in Wien“.

 

Die österreichische Autorin und Buchhändlerin Petra Hartlieb gewährt mit ihrer „Wien“-Reihe interessante und biographische Einblicke in das Leben rund um Arthur Schnitzler. Die liebevoll gezeichnete Gestalt und Hauptprotagonistin des Kindermädchens Marie wärmt das Herz des Lesers und lässt ihn in eine zauberhafte, verschneite Welt Wiens um 1910 eintauchen. Hartlieb entführt mit ihrer Reihe in das Leben, die Werke und die Welt des Theaters von Arthur Schnitzler. Die in den Büchern enthaltenen Themen der damaligen Zeit wie der Buchhandel und die Literatur, die Ständegesellschaft, die Politik und der 1. Weltkrieg lesen sich detailliert, interessant und spannend und lassen den Eindruck entstehen, direkt vor Ort zu sein und bereits geschehene sowie geschriebene Weltgeschichte selbst miterleben zu dürfen. Die Geschichte um Marie, Familie Schnitzler und die Belle Époque wird in den beiden Folgebänden genauso lebendig und interessant fortgesetzt, sodass mit großer Spannung der vierte Band „Herbst in Wien“ im September 2021 erwartet wird, mit dem die jahreszeitlich angelegte Buch-Reihe Ende der 1920-er Jahre endet.

© Alle Rechte liegen bei der Verfasserin des Textes!

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