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Bücherregal

Zitate

"Nichts verscheuchte böse Träume schneller als das Rascheln von bedrucktem Papier" (Cornelia Funke)

Es gibt bestimmte Geräusche, die sich einfach immer gut und in besonderen Situationen beruhigend anhören und die mir sofort ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Zum Beispiel Stimmen von Menschen, die man liebt oder mit denen man etwas Besonderes verbindet. Oder meine Kaffeemaschine, wenn sie mir meinen Kaffee zubereitet. Aber immer liebe ich es, das Geräusch von raschelnden Buchseiten zu hören. Es hört sich für mich wie ein Versprechen an: Lies mich, ich entführe dich in eine magische Welt... Wow, das ist doch wirklich wunderbar! Wenn ich nachts nicht schlafen kann, weil sich mein Gedankenkarussell unablässig dreht oder ich eben aufwache, weil ich schlecht geträumt habe, dann ist es, wie ich finde, herrlich, zu einem Buch greifen und in eine andere, bessere Welt abtauchen zu können. Und danach geht es mir immer besser, meine Welt wird dadurch wieder etwas gerader gerückt. Und das ist doch schon sehr viel mehr, als man generell erwarten kann. Zusätzlich lerne ich andere Welten, Charaktere und Situationen kennen, mit denen ich mich und meine eigene Welt vergleichen kann, um dann daraus Erkenntnisse zu gewinnen, die mich selbst stärken. Dadurch, dass ich immer einige Bücher parallel lese, kann ich aus einer guten Anzahl auswählen, aber dabei muss ich euch etwas verraten: Wenn ich abends ins Bett gehe, überlege ich schon vorab, welches Buch ich mit nach oben ins Schlafzimmer nehme, denn mein aktueller Bücherstapel steht grundsätzlich im Wohnzimmer. Ich lasse dann die angelesenen Bücher vor meinem inneren Auge Revue passieren und entscheide anschließend nach bestimmten Kriterien: Das Buch darf nicht zu traurig oder sachlich sein, sondern muss meistens irgendetwas Schönes, Romantisches oder Lustiges in sich tragen. Doch mir ist es tatsächlich schon öfters passiert, dass kein Buch in der Nacht passte, obwohl ich beim Zubettgehen dachte, es wäre richtig. Dann habe ich Plan B neben meinem Bett liegen: Ein Notizbuch mit Stift. Und dann schreibe ich das auf, was mir durch den Kopf geht. Dabei entsteht entweder eine Geschichte oder auch ein Gedicht. Danach fühle ich mich immer richtig leicht. Das ist so toll. Meistens kann ich dann grinsend und zufrieden in dem guten Wissen einschlafen, die böse Mär bezwungen zu haben. Am nächsten Morgen wache ich dann genau mit ebendiesem Grinsen auf und muss meinem Mann sofort, auch wenn in der Früh jede Minute zählt bis wir das Haus verlassen müssen, das in der Nacht Geschriebene vorlesen. Und dann raschelt es schon wieder. Diesmal sind es meine Seiten, die ich beschrieben habe und sie erinnern mich daran, dass ich es war, die damit die bösen Träume verscheucht hat. Allein dieses Wissen, dass Bücher und geschriebene Worte so eine Macht besitzen, lässt böse Träume schneller kleiner erscheinen und das ist gut so. Ein Morgen kann kaum besser beginnen...

"Bücher suchen sich ihre Leser aus..."
"Bücher suchen sich ihre Leser aus, nicht andersherum. Daher bin ich der Meinung, dass Buchhändler die wahren Kuppler sind. Danke Euch!" (Cecilia Ahern)

Ist dieser Gedanke nicht absolut richtig? Wenn ich an meine Lieblingsbuchhandlung denke, dann habe ich sofort unzählige Situationen und Gespräche mit dem Buchhändler, mit dem ich inzwischen auch eng befreundet bin, vor Augen, die letztendlich alle so verliefen, dass ich das für mich passende Buch bzw. die für mich passenden Bücher (ich gehe niemals nur mit einem Buch aus dem Laden raus...) fand. Da ich in dieser Buchhandlung quasi schon zu Hause bin und das Gefühl habe, fast schon dort zu wohnen (mein Mann schlug einmal vor, ich könnte doch auch Isomatte und Schlafsack mitnehmen, um dort die Nacht zwischen den Büchern und in diesem einmalig schönen Laden zu verbringen), ich halte mich nämlich stundenlang dort auf, konnte ich auch schon viele Gespräche mitverfolgen (und nein, ich habe nicht absichtlich gelauscht!), nach denen die Kunden sich wortreich und herzlich für die tolle Beratung bedankten und glücklich mit ihrer Beute, also dem Schatz (= Bücher) abzogen. Es macht, glaube ich, einen guten Buchhändler aus, wenn er es schafft, die unterschiedliche Kundschaft so zu beraten, dass jeder zufrieden mit dem zu ihm passenden Werk nach Hause gehen kann. Und das ist es doch, was den Kauf eines Buches in der Buchhandlung ausmacht: ein Augenschmaus, weil es so viel Schönes zu entdecken gibt; ein gutes, langes, interessantes und bereicherndes Gespräch über Bücher mit dem Buchhändler; ein Lächeln, weil dieser Kauf in der Buchhandlung so viel Freude bereitet hat und man in dem sicheren Glauben, etwas Besonderes gefunden zu haben, zufrieden nach Hause gehen kann. Die Vorstellung, dass die kleinen, besonderen, einmaligen, magischen Buchhandlungen sich auf Dauer nicht mehr halten können, weil die Bücher online bestellt werden, bereitet mir Bauchschmerzen. Die Welt wäre so viel ärmer ohne diese kleinen Bücher - Inseln, die mit so viel Liebe und Details zu wahren Schätzen werden. Ich bin mir sicher, dass viele von euch auch wunderschöne, einzigartige Buchhandlungen kennen, in denen ihr schon viele Schätze gefunden habt und die es zu schützen und zu erhalten gilt. Meine besondere Lieblingsbuchhandlung könnt ihr auf meinem Instagramm- und Facebook- Account entdecken. Ich würde mich über Rückmeldungen zu euren Herzensbuchhandlungen freuen.

"In Zeiten wie heute halte ich die Vernachlässigung einer Familienbibliothek für unverantwortlich!"

Ich halte es genauso wie Jane Austen : Eine Familienbibliothek ist unverzichtbar! Damit auch jüngere Leser interessanten Lesestoff finden können, stelle ich auf meiner Website ein kunterbuntes Angebot an Büchern vor. Gerade habe ich eine neue Rezension veröffentlicht: "Emma und das vergessene Buch" von Mechthild Gläser. Die Geschichte spielt auf einem Schloss, das zudem ein Internat ist (schon allein diese Konstellation ist wunderbar beschrieben...) und die Hauptprotagonistin Emma findet ein magisches Buch, das den Schlüssel zu einer magischen Welt darstellt. Mitten in ihrer ersten, romantischen Schwärmerei muss sie feststellen, dass der Schein trügen kann und nichts ist, wie es scheint. Ein bis zum Schluss spannend geschriebenes Buch für Jugendliche und Fans von Jane Austen! Denn die verschiedenen bekannten Charaktere der berühmten Autorin wurden geschickt mit

eingewoben. Ich wünsche euch viel Spaß dabei!

"Bücher machen uns zu dem, wer wir sind!"

Neulich habe ich eine Danksagung einer Autorin gelesen, die sich ihrerseits bei den Autorinnen und Autoren für das in den Büchern vermittelte Wissen und die Möglichkeit, der Welt entfliehen zu können, bedankte. Ich war zum einen verblüfft, solche Worte am Anfang eines Buches vorzufinden und zum anderen musste ich diesen sofort bedingungslos zustimmen. Denn sofort ploppten vor meinem geistigen Auge die Lieblingsbücher meiner Kindheit und auch Jugend auf! Sie haben mich definitiv geprägt. Allen voran Pippi Langstrumpf! Ich bewundere dieses Mädchen bis heute und träume immer noch davon, ihr irgendwann über den Weg zu laufen. Genauso gab es in meinem Bücherregal neben Astrid Lindgrens Werken aber auch "Nesthäkchen" oder besonders die Bücher von Otfried Preussler, da könnte ich gleich direkt wieder reinlesen. Nicht zu vergessen Michael Ende (glückselig las ich seine Bücher), Erich Kästner (in seiner Welt fühlte ich mich besonders wohl und meinte am Anfang seiner Kapitel immer seine sonore Stimme zu hören, die kurz umriss, was den Leser im Folgenden erwartete) und Enid Blyton. Von ihr habe ich ganze Regalreihen zu Hause stehen, die ich immer wieder erfreut zur Hand nehme. Die "5 Freunde" haben mir besonders gut gefallen oder bei der Reihe "Ein Geheimnis um..." waren es der urkomische Polizist "Wegda" oder Dicki, der sich so gekonnt verkleiden konnte. Später dann die ganzen typischen Mädchenbücher... Ich könnte die Reihe ewig fortsetzen. Und genau diese Tatsache sorgte nach der gelesenen Danksagung sofort dafür, dass ich grinsend und voller Vorfreude die nächste Seite aufschlug, denn nun konnte das Buch gar nichts anderes als perfekt sein.

"Wunder kommen zu denen, die an sie glauben" (Französisches Sprichwort"

Es gibt einige schöne Sprichwörter, die voll auf mich und mein Leben zutreffen und mich begleiten und an die ich außerdem fest glaube. Das oben genannte Sprichwort finde ich wunderschön und natürlich zählt es auch dazu. Ich bin mir sicher, dass manche jetzt an dieser Stelle lachen und vielleicht sogar überlegen, den Blog zu verlassen. Doch an dieser Stelle möchte ich euch zurufen: Stopp! Haltet bitte kurz inne und wartet ab, bis ich euch meine Gedanken näher gebracht habe. Ist es nicht so, dass immer wieder Dinge geschehen, die plötzlich passieren, mit denen man nicht gerechnet hat und die einen völlig überraschen, im positiven wie im negativen Sinne? Und genau damit rechne ich fest.

Es könnte aber natürlich auch daran liegen, dass ich über eine überbordende, überschäumende Phantasie verfüge, wie mir schon des Öfteren bescheinigt wurde. Ich kann mir einfach alles vorstellen. So toll das einerseits klingen mag, so kann ich euch andererseits versichern, es ist nicht immer leicht, damit umzugehen. Weder für mich, noch für meine Lieben... Denn wie alles im Leben hat auch diese Medaille zwei Seiten: Wenn ich beispielsweise einen Termin beim Zahnarzt habe, bin ich felsenfest davon überzeugt, dass spätestens heute plötzlich und auf wundersame Weise ein kratergroßes Loch in einem meiner Zähne gefunden wird, wenn nicht sogar eine Wurzelbehandlung ohne Narkosemöglichkeiten ansteht. Umso größer ist natürlich jedes Mal meine Freude und Erleichterung, wenn meine Phantasie wieder einmal nur mit mir durchgegangen ist... Zumindest in diesem Fall.

Absolut logisch erscheint es mir, wenn dann tatsächlich Dinge geschehen, die ich mir gewünscht habe, an die ich eine teilweise ganz schön lange Weile und richtig fest geglaubt habe und die sich nun wirklich erfüllt haben. Es fühlt sich magisch, einem Wunder gleich, an. Dabei schätze ich genauso die kleinen Dinge, die sich erfüllen. Es beginnt zum Beispiel damit, dass mein Mann mir unaufgefordert eine Tasse Kaffee zusammen mit meiner Lieblingsschokolade bringt, während ich gemütlich und faul in meinem Lesesessel fläze, völlig versunken lese und mich natürlich nicht aufraffen kann, mir diese Dinge selbst zu holen, um keine Einzelheiten in der Buchwelt zu verpassen und Zeit mit alltäglichen Bedürfnissen zu vergeuden. Oder gestern beispielsweise: Ich stattete meiner Lieblingsbuchhandlung einen Besuch ab, sah mich um, stöberte, schmökerte, unterhielt mich köstlich und dann entdeckte ich drei absolut wunderbare Bücher, die so vielversprechend klangen (eines habe ich schon angelesen und es scheint absolut zu halten, was es verspricht...), dass ich sie sofort kaufen musste. Es waren jeweils die letzten Exemplare und sie schienen nur auf mich gewartet zu haben, um diese neuen, magischen Welten betreten und in wundersame Geschichten eintauchen zu können. Diese Euphorie und die Glücksgefühle beflügeln mich immer und ich fühle mich, gerade auch durch den Erwerb der neuen Bücher und die damit vor mir liegenden magischen Welten, beinahe schwerelos und leicht. Was bei mir jedoch immer ein Lächeln und ein wenig Atemlosigkeit auslöst, sind außergewöhnlich atmophärische Situationen, in denen ich es fast erwarte, jeden Moment entweder in ein Kinderbuch (z.B. so wie bei Mary Poppins, als sie in das gemalte Bodenbild springen) oder in einen Roman einzutauchen oder andernfalls die Protagonisten meiner Lieblingsbücher persönlich zu treffen. Ich meine sie zu spüren und bin überzeugt, dass sie sich auch irgendwo versteckt und unbeobachtet in der Nähe befinden. Diese Vorstellung und das Gefühl sind geradezu magisch. Es gibt so viele kleine und große Wunder. Glaubt daran, dann finden sie euch. Meiner Meinung nach ist das absolut wichtig, denn um auch schwierige Zeiten gut überstehen zu können, helfen diese kleinen und großen magischen, wundersamen Erfahrungen, die sich fest in der Erinnerung verankert haben. Davon ist es möglich, in schweren Zeiten zu zehren und letztendlich irgendwann wieder in schöneren Zeiten aufzutauchen.

Ich bin überzeugt davon, dass wundersame, magische Bücher und Geschichten, mit denen man von klein auf aufgewachsen ist, für die eigene Phantasie und dem Glauben an Wunder verantwortlich sind, denn sie öffnen Tür und Tor dafür. Für mich gilt: Wunder gibt es immer wieder... Euch wünsche ich diese Erfahrungen ebenso!

Christ Church College in Oxford - Alice im Wunderland
"Alice im Wunderland" von Lewis Carroll ist eng verknüpft mit dem Christ Church College in Oxford!

Letzte Woche durfte ich einige Tage in England verbringen. Ich liebe dieses Land, die Mentalität, die Liebenswürdigkeit der Menschen, den guten Geschmack und vor allem den Sinn für Magie. Dabei denke ich an Mary Poppins, Harry Potter, Peter Rabbit und Alice im Wunderland, um nur einige zu nennen und die Liste könnte ich noch unendlich erweitern. Unter anderem waren wir in Oxford und sahen uns verschiedene, wunderschöne Colleges an. Das Christ Church College war in Bezug auf ein Kinderbuch besonders interessant: Alice im Wunderland von Lewis Carroll. Gerade, als wir in der großen Halle standen, in der gegessen wird und die als Vorlage für die große Halle in den Harry Potter Filmen diente, wurde uns erklärt, dass Lewis Carroll hier an diesem College unterrichtete und eigentlich Rev Charles Ludwidge Dodgson hieß. Es lag angeblich schon immer in seiner Natur, Geschichten zu erzählen, um zu unterhalten. Dies tat er auch eines Nachmittag, als er mit einem Freund und seiner besten Freundin Alice Liddell, der Tochter des Dekans der Universität, und ihren beiden Schwestern eine Bootsfahrt auf der Themse unternahm, um letztendlich in Port Meadow zu picknicken. Dabei erzählte er eine Geschichte, die Alice so gut gefiel, dass sie ihn bat, diese für sie aufzuschreiben. Dies tat er auch - natürlich handschriftlich unter dem Titel "Alices Abenteuer unter der Erde". Es fand bei den Lesern großen Anklang, genauso wie bei seinem Freund, dem Kinderbuchautor George Macdonald, der es sogar seinem Sohn vorlas. 1864 erschien das Buch unter dem Titel "Alice im Wunderland". Carroll bat einen bekannten Karikaturisten, die Illustrationen nach seinen Vorgaben zu fertigen. Nach ein paar Jahren erschien die Fortsetzung "Trough the looking-glass and what Alice found there", die ebenfalls sehr erfolgreich war. Was ich bis dato nicht wusste war, dass Lewis Carroll nur ein Pseudonym ist. Angeblich hat sich Dodgson nie öffentlich dazu bekannt, tatsächlich dieser berühmte und erfolgreiche Autor zu sein. Wenn man aber die Vornamen Charles Ludwidge ins Lateinische übersetzt und daraus Carolus Ludovicus wird und diese beiden Namen miteinander vertauscht zu Ludovicus Carolus und diese wieder ins Englische übersetzt, so die Theorie, dann wird daraus Lewis Carroll. Wunderschön zu betrachten sind auch ein paar Fenster in der großen Halle des Christ Church College, in dem sowohl Dodgson alias Lewis Carroll als auch einige Motive aus "Alice im Wunderland" zu entdecken sind. Und genau das macht die Magie in England aus. An vielen kleinen Ecken werden diese besonderen Geschichten und magischen Elemente absolut liebevoll und wertschätzend in das Land eingewebt, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Gerade das macht einen dieser Zauber dieses wunderbaren Landes aus.

Auf meinem Instagramm- und Facebookaccount findet ihr die Fotos der Fenster aus dem Christ Church College.

Bücher sind gute Freunde

"Ein Raum ohne Bücher ist ein Körper ohne Seele." (Cicero)

Für mich trifft diese Aussage genau zu. Wenn wir genug Platz hätten, würde ich ein Bücherregal nach dem anderen aufstellen. Bücher haben eine beruhigende Wirkung auf mich und sind meine Freunde. Manche davon kenne ich besser, andere vielleicht nicht ganz so gut, andere gar nicht. Denn nicht alle Bücher, die ich besitze, habe ich gelesen. Die meisten Bücher habe ich natürlich selbst gekauft, einige geschenkt bekommen oder geerbt. Es ist dabei nicht unerheblich für mich, wie sie von außen aussehen. Ich höre dabei immer auf mein Bauchgefühl. Wenn mich ein Buch nur durch seinen Anblick magisch anzieht, dann weiß ich, es hat mich ausgesucht und passt für den Moment. Schlimm finde ich es, ein Buch geschenkt zu bekommen, das keine Magie entwickelt, sobald ich es in den Händen halte, den Klappentext lese und es begutachte. Wie reagiert man in so einem Fall angemessen? Aber schließlich entwickeln sich manche Freundschaften auch erst später oder nach einiger Zeit, oder? Ich finde, mit manchen Büchern verhält es sich genauso. Denn es ist auch so, dass man nicht immer jedes Buch gleich gut lesen kann. Es kommt auf Stimmungen und Lebenssituationen an. Deswegen finde ich es immer wieder spannend, in meinem Bücherregal zu forschen und zu überlegen, welches Buch noch nicht gelesen wurde, welche Schätze sich dort noch verstecken und ob es nun gerade passen würde. Bestimmt kennt ihr auch solche Situationen. Wenn es mir nicht gutgeht, greife ich gerne auf gute Bücherfreunde zurück. Sie helfen mir, die Welt wieder ein bisschen gerader zu rücken und zu mir selbst zu finden. Denn ich kann mich immer an die Stimmung erinnern, als ich dieses spezielle Buch zum ersten Mal gelesen habe und wie es mir anschließend ging. Das steckt unwiderruflich in den Büchern fest. Ich finde das sehr tröstlich. Im Laufe der Zeit konnte ich sogar Bücher, die mir in früheren Zeiten sehr wichtig waren und die ich zahlreiche Male gelesen hatte, nun beruhigt im Regal stehenlassen. Denn über die Jahre hatte ich neue Bücher gefunden, die mir dann Trost und Kraft spendeten. Und trotzdem werde ich sie nicht weggeben, denn sie stellen einen wichtigen Meilenstein in meinem Leben dar. Neulich bin ich bei einer Art Wohnungsauflösung auf eine Rarität aus den 50er-Jahren gestoßen. Ich war hellauf begeistert und hatte schon den Blog bildlich vor Augen, den ich dazu schreiben wollte. Als ich der Eigentümerin meinen Schatz zeigte, war sie selbst wieder so fasziniert, dass sie beschloss, das Buch doch selbst zu behalten. Meine grenzenlose Enttäuschung könnt ihr euch sicher vorstellen. Natürlich kann ich versuchen, es über Antuquariate zu finden. Doch dieses Buch hätte genau in diesem Rahmen, wo und bei wem ich es gefunden habe, eine zusätzlich besondere Bedeutung für mich gehabt. Und so warte ich jetzt einfach ab, ob es nicht vielleicht doch irgendwann den Weg zu mir findet.

"Bücher sind fliegende Teppiche ins Reich der Phantasie" (James Daniel)

Bücher bringen mich an alle möglichen Orte, egal ob sie real oder surreal sind. Ich empfinde, dies als ungeheuer luxuriös, denn egal, wo ich selbst mich gerade befinde (selbst im Badezimmer oder mitten in der Nacht im Bett), kann ich mich durch Bücher an Orte bringen, die selbst mit dem Flugzeug, Auto oder dem Schiff nicht so schnell, gut oder überhaupt erreichbar sind. Oft kommt es mir einem Wunder gleich, in eine andere Welt und ein anderes Leben abzutauchen und dabei das eigene beiseite schieben und ausblenden zu können. Es ist eine Art Kurzurlaub für die Seele, denn wenn ich dann wieder (meistens nach ein paar Tassen Kaffee oder Tee nebenbei sowie ein bisschen guter Schokolade, die ich unglaublich genieße) erholt und gestärkt auftauche, kann ich mich wieder meinem realen Leben stellen. Oftmals muss ich schmunzeln, wenn ich feststelle, dass ich Dinge von Ländern weiß, die ich nicht gesehen, sondern nur gelesen habe, obwohl ich dort noch nie war und tatsächlich glaube, mich ein bisschen auszukennen. Denn die Orte und Begebenheiten stehen absolut real vor meinem inneren Auge. Natürlich würde ich auch viele Ziele gerne in der Realität sehen und dorthin reisen, aber nicht immer ist alles möglich und auch der Geldbeutel muss dazu passen... Allerdings gibt es auch genügend Orte, die ich lieber meide und froh bin, ihnen entfliehen zu können, indem ich einfach das Buch zuklappe. Diese Lösung gefällt mir immer dann, wenn es zu gruselig oder spannend wird. Ich nehme dann über mehrere Tage Anlauf, wappne mich innerlich und lese kurz darauf erneut weiter. Irgendwann habe ich dann den kritischen Punkt überwunden und es geht entspannter weiter. Natürlich gab es auch Bücher, die ich nie wieder aufgeschlagen habe, weil sie zu aufwühlend waren und das ist für mich die einzige Möglichkeit mich zu schützen, denn wenn ich solche Szenen erst einmal gelesen habe, vergesse ich diese nie wieder. Ich träume auch von Büchern, die mich bewegen. So schön es bei einigen Exemplaren sein mag, umso erschreckender wird es bei den anderen. Absolut faszinierend finde ich Orte, die man nur aus Sagen kennt und die sich im Laufe der Geschichte vor dem eigenen, inneren Auge entspinnen und dabei so real sind, dass sie in der Wirklichkeit existieren könnten. Ich fühle mich dann der magischen Welt gleich noch ein bisschen näher, von der ich überzeugt bin, dass sie existiert. Aber das ist ein anderes Thema.

Natürlich liegen neben mir und meinem Lieblingslesesessel auch immer ein paar Bücher, wobei meine Familie schon grinst, wenn ich von meinem kleinen Stapel spreche. Neulich wackelte er, da er inzwischen eine beträchtliche Höhe erreicht hat. Aber es ist großartig, jeden Tag neu überlegen zu können, welches Buch ich herausgreifen und lesen möchte, zu meiner aktuellen Tagesform passt und mich auf dem fliegenden Teppich in unterschiedliche Phantasiewelten transportiert. Oftmals lese ich während der ersten Tasse Kaffee das eine Buch und bei der zweiten ein anderes... Denn ich liebe es herauszufinden, wie es in den jeweiligen Werken weitergeht. Wenn ein Buch jedoch ewig auf bzw. in diesem Stapel bleibt und mit der Zeit ganz nach unten rutscht und dort verweilt, bis ich doch einmal aufräume, dann weiß ich, dass dieses Buch bei mir wohl durchgefallen ist.

"Lesen heißt durch fremde Hand träumen" (Fernando Pessoa)

Mit Büchern kann ich Träume im Kopf erleben. Ich gehe auf Reisen, die ich vorher nie so geplant hätte. Dazu widme ich mich auch Themen, die so nicht die meinen wären. Immer wieder werde ich aus meiner Komfortzone geholt. Natürlich muss ich mich dann im Laufe des Buches entscheiden, ob ich dieser Welt und diesen Gedanken bis zum Schluss folgen möchte. Manchmal entscheide ich mich dagegen, was aber tatsächlich relativ selten der Fall ist. Immer wieder kämpfe ich mich durch mühsame, anstrengende "Traumwege und -strecken" und bin stolz, wenn ich mich "durchgefressen" habe, obwohl mir die Themen und Welten anfangs nicht so lagen. Manchmal ertappe ich mich sogar dabei, dass ich letztendlich erstaunt bin, dass mir dieses Thema doch mehr gefiel, als ich es anfangs vermutete. Trotzdem gibt es bei mir eindeutige Grenzen, Themen und auch Sprache, denen und der ich mich strikt verwehre und auf die ich absolut keine Lust habe. Auch das ist meiner Meinung nach völlig in Ordnung und sogar befreiend, denn es gibt eine so große Bandbreite an guter Literatur, Romanen, Geschichten und auch Sach- und Fachliteratur, dass man getrost eine Auswahl treffen kann. Ich liebe es, wenn mich ein Buch allein durch das bestechende Cover anzieht, sodass ich es unbedingt lesen muss. Der Klappentext ist dann nicht mehr ganz so wichtig. (Obwohl dieser natürlich eine tragende Rolle spielt!) Kennt ihr dieses Gefühl? Selten habe ich mich getäuscht... Erst neulich entdeckte ich in einer Buchhandlung wieder ein Buch, dessen bildliche Aufmachung mich in seinen Bann zog, der Titel tat sein übriges und jetzt stecke ich mittendrin und bin verblüfft. Es ist so toll. Wenn aber das tolle Cover und der witzige Titel nicht gewesen wären, weiß ich nicht, ob ich sonst zu dem Buch gegriffen, es gekauft und gelesen hätte. Denn wer bitte schön liest eine Geschichte, in der ein Tierpräparator eine große Rolle spielt? Solche Erfahrungen empfinde ich wie ein unverhofftes, tolles Geschenk und die guten Geschichten und die "erlebten" Erfahrungen rufen sofort gute Laune und ein Lächeln hervor. Mehr kann man sich von einem guten Buch fast nicht wünschen, oder?

Stratford-upon-Avon: William Shakespeare

William Shakespeare`s Heimat und kleine, magische Entdeckungen

Auf unserer Englandreise statteten wir diesem wunderschönen, kleinen Städtchen wieder einen Besuch ab. Vor einigen Jahren schon besuchten wir Shakespeares Heimatstadt, damals war das Wetter leider wenig einladend. Just auch an diesem Tag, nun ein paar Jahre später, schien sich der Wettergott wieder gegen uns verschworen zu haben: Wind, Nieselregen - "grizzle", wie die Engländer sagen und davon völlig unbeeindruckt sind. Stattdessen oder wie zum Trotz sitzen sie trotzdem draußen, picknicken oftmals und tragen ihre Sommergarderobe unerschrocken spazieren, während wir uns in Regenjacken hüllten und über die langen Hosen froh waren.

In der Stadt machten wir uns direkt auf den Weg zum vermuteten Geburtshaus Shakespeares. Es ist ein gut erhaltenes Fachwerkhaus, das restauriert wurde und in dessen Innenräume sich Gegenstände aus der elisabethanischen Zeit befinden. Einen direkten Bezug davon zu Shakespeare gibt es jedoch nicht. Natürlich gibt es auch eine große Statue in der Mitte der Fußgängerzone, die William Shakespeare darstellt. Wie viele andere Touristen musste ich natürlich auch ein Foto mit ihm machen, denn wann hat man bitte schön wieder einmal die Gelegenheit sich mit einem so berühmten Schriftsteller ablichten lassen zu können? Kurz darauf machten wir uns auf den Weg zur Holy Trinity Church, in der Shakespeare begraben wurde. Inzwischen ist dieser Bereich nicht mehr abgesperrt und nicht nur durch Bezahlung zu erreichen. Nun wird um eine freiwillige Spende gebeten, aber der Zugang zur Grabstätte im Altarbereich ist frei zugänglich. Auch seine Frau Anne Hathaway sowie weitere Familienmitglieder haben dort ihre letzte Ruhestätte gefunden. Um die Kirche herum ist der Friedhof mit uralten, verwitterten Grabsteinen zu finden, bei denen manche noch die früheren Schriftzüge und Verzierungen erahnen lassen. Dazwischen stehen dicke, alte Bäume, die dem Ort eine unglaubliche Ruhe und durch ihr Blätterdach auch eine eigene, fast tröstende Welt vermitteln. Verweilt man dort einen Augenblick, sieht man einige Eichhörnchen dazwischen hin und her flitzen, es scheint fast, als spielten sie verstecken. Fasziniert sahen wir ihnen eine Weile dabei zu, bis wir uns wieder der Stadt zuwandten, die uns mit fröhlichem Geplapper empfing. Unser Weg führte dann zum Royal Shakespeare Theatre in der Royal Shakespeare Company. Sie liegt direkt am Fluss Avon. Eng kuschelten wir uns unter den zwei Mini-Schirmen zusammen, die wir dabei hatten, denn aus dem "Grizzle" war inzwischen ein ausgewachsener Regen geworden. So lösten sich also unsere Pläne, draußen auf englische Art und Weise Tee oder Kaffee zu trinken, sprichwörtlich in Wasser auf und wir streiften noch etwas durch den Ort. Es gibt viele alte, wunderschöne Häuser und Ecken zu entdecken. Aber was mir viel mehr ins Auge stach, war ein Schild über einem Laden: Peter Rabbit Specialist! Sofort wollte ich diesen Laden erkunden. Und was soll ich sagen? Es war absolut magisch. Eine ganz eigene Welt befand sich dahinter. Nachdem es irgendwann absolut nichts mehr zu entdecken gab, verabschiedeten wir uns wortreich und begeistert. Natürlich hatte ich das eine oder andere Erinnerungsstück gekauft, das in meinen Augen absolut unverzichtbar war. Wieder zu Hause hat es gleich unübersehbar seinen Platz gefunden und erinnert mich an diesen Ausflug an die wunderschöne Stadt und auch William Shakespeare.

Wenn ihr an ein paar Fotos interessiert seid, dann seht sie euch auf meinem Instagramm- oder Facebookaccount an.

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